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,,Nein, meine Suppe ess ich nicht." - Anorexie bei Kindern und Jugendlichen früh erkennen

,,Nein, meine Suppe ess ich nicht." - Anorexie bei Kindern und Jugendlichen früh erkennen

"Ich habe einfach keinen Hunger." - "Ich habe schon gegessen." - "Ich bin zu dick." - Sätze wie diese können harmlos sein, aber auch auf eine ernstzunehmende Essstörung hinweisen: Die Anorexie, auch Magersucht genannt. Die Krankheit beginnt häufig im frühen Jugendalter und entwickelt sich schleichend - daher bleibt sie oft zu lange unbemerkt.

Was ist Anorexie (Magersucht)?

Die Anorexia nervosa ist eine psychische Erkrankung, bei der Betroffene ihr Körpergewicht und ihre Nahrungsaufnahme übermäßig kontrollieren. Damit einher geht in der Regel ein starker Gewichtsverlust, eine eingeschränkte Nahrungsaufnahme und übermäßige Bewegung. Häufig tritt eine Körperschemastörung auf, sodass Betroffene sich selbst mit starkem Untergewicht noch als "zu dick" wahrnehmen.

(Früh-)warnzeichen der Anorexie:

- Einschränkung der Nahrungszufuhr, Vermeidung hochkalorischer Speisen

- plötzlich auftretende, neue Ernährungsform (z.B. Veganismus, High Protein) als Deckmantel der Anorexie

- Vermeidung sozialer Anlässe, bei denen gegessen wird

- Auslassen von Mahlzeiten, z.B. durch Ausreden, schon gegessen zu haben

- weite Kleidung

- Frieren, Konzentrationsprobleme, Müdigkeit

- bei Mädchen: Ausbleiben der Periode

Warum frühe Hilfe so wichtig ist:

Bei der Anorexie besteht nicht nur eine psychische Symptomatik, es kommt auch zu körperlichen Folgeschäden, die - je länger die Erkrankung andauert - umso gravierender sein können. Zudem zählt Anorexie zu den psychischen Erkrankungen mit der höchsten Sterblichkeitsrate.

Was Eltern tun können:

- Gespräche anbieten, ohne zu belehren oder Vorwürfe zu machen

- Mahlzeiten begleiten, ohne zu bewerten

- professionelle Hilfe lieber früher als später in Anspruch nehmen

- ärztliche Mitbetreuung veranlassen

Wie Psychotherapie hilft:

Je nach Schwere der Erkankung, aber immer dann, wenn Untergewicht besteht, geht es zunächst um die körperliche Stabilisierung, wobei eine ärztliche Mitbetreuung notwendig ist. Gelingt das ambulant nicht oder nur unzureichend, kann eine stationäre Behandlung zunächst sinnvoll sein. Erst im Normalgewicht arbeitet das Gehirn wieder so, dass Psychotherapie überhaupt richtig möglich ist. Im Laufe der Behandlung geht es darum, Selbstüberzeugungen und Denkmuster, die die Essstörung aufrecht erhalten, zu hinterfragen und einen adaptiven Umgang mit negativen Gefühlen zu finden. Häufig sind auch Übungen zur Körperwahrnehmung hilfreich.

Frühes Hinschauen, ernst nehmen und professionelle Unterstützung können entscheidend sein, um einen langen und chronischen Krankheitsverlauf zu verhindern. Anorexie ist behandelbar - je früher, desto besser sind die Heilungschancen.

Themen für Eltern und Heranwachsende

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